Tagesausflug: Walter Sisulu National Botanical Garden

Vergangenen Samstag, am 13. Juni 2009, meinem 34sten Geburtstag, haben wir uns aufgemacht einen botanischen Garten nahe Johannesburg zu besuchen: Den Walter Sisulu National Botanical Garden (auch bekannt als Witwatersrand National Botanical Garden). Es war nicht sehr einfach, diesen Ort zu finden. Eine ungefähre Richtung genügt nicht. Wer von Pretoria kommt, der kann die N 14 Richtung Krugersdorp fahren. Die Straße wird irgendwann zur R 28. Allerdings gibt es keine Ausschilderung zum botanischen Garten. Man muss also wissen, wo man abfahren muss. Auf der Google Map kann man es deutlich nachvollziehen. Auch nach dem Verlassen der Hauptstraße ist es nicht sehr einfach, dein Eingang zum Garten zu finden. Man fährt an einigen Wohnviertel vorbei und es ist erst mal gar nicht klar, wo hier ein botanischer Garten sein soll. Ich habe den Weg letztlich erst durch die Hilfe eines Angestellten an einer Tankstelle gefunden. Ihr, liebe Leser, könnt Euch - derart vorgewarnt - die Google Map ausdrucken, und solltet den Weg so sicher finden…

Übrigens war der Namensgeber dieses botanischen Gartens eine wichtige Persönlichkeit in Südafrika. Wer mehr darüber erfahren will, für den habe ich im folgenden einige Infos zusammengestellt.

Das Schutzgebiet ist riesig - der botanische Garten ist nur ein sehr kleiner Teil davon. Allerdings ein sehr schöner Teil. Der botanische Garten ist in von einer Hügellandschaft u-förmig umgeben. Auf diesen felsigen Hügeln residieren schwarze Adler. Am Ende des Hauptweges findet man sich vor einem gigantischen Wasserfall, der über die Hügel springt. Am Fuße des Wasserfalls stehen oft auch einige Fernrohre, mit denen man die schwarzen Adler beobachten kann. Ein kleines System von Pfaden führt die Hügel hinauf. Hier vermuten wir weitere Wanderwege durch das Schutzareal außerhalb des botanischen Gartens.

Der Garten selbst ist relativ eben und lädt alt und jung zum munteren Spazieren gehen und bestaunen der Pflanzen- Tier- und Steinwelt. Insbesondere letzteres ist zu betonen: Es sind einige sehr alte Steine ausgestellt, wobei immer auch eine kleine Fläche auf den Steinen glatt poliert ist. Es gibt auch einen kleinen Pfad - Geschichte des Planeten Erde, wo die unterschiedlichen Steine im geohistorischen Zusammenhang bewundert werden können. Das ist auch für Kinder spannend zu fühlen! Die Pflanzenwelt ist faszinierend und sehr professionell gestaltet - hervorragend gepflegt. Natürlich sieht man schöne Vögel und anderes Kleingetier. Hunde sind glücklicherweise in botanischen Gärten verboten - was die Gärten zur Hundekotfreien Zone macht. Eltern werden diesen Vorteil zu schätzen wissen. Allerdings muss man trotzdem aufpassen, wo die jüngsten hintreten: Die Arrangements sind sehr sorgfältig gestaltet und ein Kleinkind kann in seiner Entdeckerfreude einiges durcheinanderbringen ;-). Das betreten der Bete und das Klettern auf Bäume ist schließlich auch unter Strafe gestellt. Im folgenden habe ich ein bisschen Bildmaterial aus dem Netz zum Garten zusammengestellt.

Es gibt ein umfangreiches Angebot an Aktivitäten: Zum einen Picknick Konzerte und zum anderen Bildungsveranstaltungen. Darüberhinaus gibt es ein Restaurant, welches wir aber noch nicht besucht haben, sowie einen gut sortierten Shop, bei dem man (neben dem üblichen Souvenier-Kram) auch interessante Bücher, Pflanzen und Töpfe erstehen kann.

Wir fanden den Ausflug fantastisch: Die Kinder konnten sich austoben - haben aber auch eine Menge Details zur Natur gesehen und auch etwas gelernt. Interessant war hier der Kreislauf wachsender Baum -sterbender Baum - Kompostierung durch Kleintiere - wachsender Baum. Dies hat Laura sehr beeindruckt. Es gab neben einer Informationstafel ein sehr eindrucksvolles Beispiel eines sterbenden Baumes ‘in echt’. Wir planen erneut einen Besuch des Gartens am 21. Juni - da findet ein Picknick Konzert statt.

Eintritt kostet der Garten für eine 4-köpfige Familie derzeit 56 Rand. Wer ansonsten alles selbst mitbringt, und sich auch im Shop nicht zu einigen Ausgaben hinreisen lässt, kommt mit geringen Ausgaben zu einem genialen Familientag.

Wer aber Mitglied in der Botanical Society South Africa ist, kann in einige botanische Gärten in SA kostenlos eintreten (Jahresgebühren derzeit 600 Rand). Wir waren so beeindruckt von dem Garten, das wir ernsthaft darüber nachdenken, Mitglied zu werden.

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