Am Anfang steht ein Konzept ...
Es ist mir wichtig bei jedem Projekt (auch in Alltagsprojekten) am Anfang eine Art Konzept für etwas zu haben. Es scheint mir schwierig, Dinge konzeptlos anzugehen. Ein Konzept - was ist das? Was die Wikipedia (früher hätte man wohl gesagt, der Brockhaus ….) dazu sagt, kann man bekanntlich hier nachlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Konzept.
Für mich ist zentral, dass ein Vorhaben, ein Projekt, also so etwas wie diese Website, ein bestimmtes Ziel verfolgen und gewisse Strategie vorhanden ist, dieses Ziel zu erreichen. Auf einer strukturellen Ebene ist es mir wichtig, dass ein Projekt auch eine Struktur aufweist, die den Zielen und Strategien entspricht. Das kann ja nach Typ des Projekts etwas völlig anderes sein. Es macht mir großen Spass sich diese Dinge zurechtzulegen und auszudenken.
Aber die wichtigste Konzeption geschieht aus meiner Sicht erst während der Umsetzung. Das ist eine entscheidende Lektion, die ich bereits in unterschiedlichen Projekten lernen konnte und auch musste. Erst bei der Realisierung eines Vorhabens, einer Konzeption, werden die Haken und Ösen sichtbar, die Stolperfallen und Probleme. Aus der theoretischen Lehrbuchperspektive sehen die Dinge oftmals allzu einfach aus - form und modelierbar wie Ton. Geht man in die Praxis, dann ist man plötzlich mit einer völlig anderen Komplexität konfrontiert - der Ton hat einen eigenen Willen. Plötzlich sind verschiedene Player mit unterschiedlichen Interessen im Spiel - und aus dem zunächst technisch einfachen Projekt wird ein Akt der Moderation und Mediation.
Nun scheint es mir geboten, die Bemühungen für eine gute Planung und Konzeption in ökonomischer Weise auf die Phase am Beginn eines Projekts und der Steuerung während einem Projekt zu verteilen. Einerseits ist es wichtig, ein Konzept schon am Beginn eines Projekts zu haben um überhaupt Entscheidungen treffen zu können - anderseits ist es aber mindestens genauso wichtig Raum für Nachsteuerung zu lassen.
Beispielsweise bei der Implementation eines Workflows für Öffentlichkeitsarbeit in einer Organisation - was ich gerade unter anderem auf der Tagesordnung habe - ist die primäre Herausforderung aus meiner Sicht der Content Flow. Man kann sich viele Vorschriften für Artikel ausdenken, Bilder nur in bestimmten Pixelformaten annehmen, und Vorschriften für Inhaltliche Gestalt und Sprache machen. Ob all diese Vorschriften aber Sinn machen, dass stellt man erst fest, wenn man einige Inhaltslieferungen gesichtet hat, und feststellt, was bestimmte Strukturierungsversuche oder Vorgaben beim Content-Lieferanten bewirken. Dann muss die Anpassung dieser Vorschriften erfolgen. Gleichzeitig erschweren aber übergenau definierte Standards es dem Schreiber zunächst mit der Textproduktion zu beginnen. Ich habe aus diesem Grund den Weg gewählt, die Vorgaben eher auf das Minimum zu beschränken - und erstmal reinen Flow von Content zu fördern. Ist die Motivation für die Erstellung von Content vorhanden, und ein positives Schreibklima entstanden, dann kann durch kleine Maßnahmen nachgesteuert werden (etwa eine Fortbildung oder ähnliches). Auch das ist natürlich ein Konzept - aber eines, welches die Anpassung desselben - die fortwährende Adaption und den Durchlauf schon in sich integriert - zum Teil seiner inneren Logik macht.
Diese Gedanken stehen am Anfang - im ersten Artikel auf meiner neuen persönlichen Website. Auch hierfür habe ich ein Konzept vor Augen. So unterscheide ich zwischen Typen von Inhalten - Es gibt Stories (Reflexionen, Reisenotizen (inklusive Google Maps!), Tagebucheinträge), sowie Verweise auf Links, Bücher, Hörbücher, Hörspiele, Software, Musik und möglicherweise sogar Computerspiele und Reviews zu all diesen Einträgen. Möglicherweise eröffne ich auch mal eine Sektion für Lessons Learnt oder Tipps und Tricks, HowTos. Aber das ist eher eine Zukunftsperspektive… Natürlich sind Taxonomien der Kleber, der all diese Inhalte verbinden zu einem leicht durchsuchbaren Netz von dokumentierten Gedankenspielen.
Doch all diese konzeptionellen Überlegungen für meine Website dürfen mich nicht davon abbringen, schließlich mit dem Schreiben zu beginnen. Auch muss ich es schaffen, den “Publizieren” Knopf zu klicken. Ziel dieser Seite ist Kommunikation - nicht mit mir - aber mit dem Rest der Welt … Das Risiko dabei eine Selbstsetzung vorzunehmen, die sich nicht mehr so leicht verwischen lässt muss ich dabei auf mich nehmen…

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